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Lastmanagement

Was ist Lastmanagement?

Lastmanagement beschreibt das Management bzw. die gezielte Steuerung von Energieverbräuchen. Lasten bzw. die Energieverbräuche sollen zeitlich so verschoben werden, dass angestrebte Ziele erreicht werden. Dazu zählen Kostenreduzierungen, Entlastung des Stromnetzes oder bessere Nutzung von erneuerbaren Energien.

Je nach Zielsetzung kommen andere Steuerungslogiken bzw. Lastmanagementarten zum Einsatz. In der Praxis unterscheidet man 3 wesentliche Arten des Lastmanagements:

Systemdienliches Lastmanagement (Demand-Side Management)

Beim Systemdienlichen Lastmanagement (auch: Demand-Side Management oder netzorientiertes Lastmanagement) steht die Stabilisierung und Entlastung des Stromnetzes im Vordergrund. „Systemdienlich“ bedeutet in diesem Kontext, dass die Energieverbräuche möglichst so verschoben werden sollen, dass die Netzlast gesenkt wird.

Energieverbräuche werden gezielt aus Zeiträumen mit:

  • hoher Stromnachfrage
  • geringer Erzeugungsverfügbarkeit
  • Netzengpässen

in Zeiträume mit:

  • niedriger Nachfrage
  • hoher Stromverfügbarkeit
  • hoher Einspeisung erneuerbarer Energien

verschoben.

Im Zuge der Energiewende gewinnt diese Form des Lastmanagements deutlich an Bedeutung, insbesondere aufgrund der schwankenden Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen.

Ein wesentlicher Bestandteil des systemdienlichen Lastmanagements ist die Teilnahme an Regelleistungsmärkten (z. B. FCR, aFRR, mFRR), über die Flexibilität zur Stabilisierung von Netzfrequenz und -spannung vermarktet werden kann. Seit der Einführung von Redispatch 2.0 werden zudem Verbrauchsanlagen aktiv in das Engpassmanagement einbezogen.

Marktorientiertes Lastmanagement

Das marktorientierte Lastmanagement zielt auf die Optimierung der Stromkosten durch flexible Energienutzung ab. Die Energieverbräuche sollen dabei in Zeitfenster mit niedrigen Strompreisen verlagert werden sollen. 

Typische Maßnahmen:

  • Nutzung von Day-Ahead- und Intraday-Strompreisen
  • Anpassung des Verbrauchs an günstige Marktzeiten
  • Einsatz von Energiemanagement-Systemen (EMS) zur Analyse, Optimierung und Steuerung von Energieflüssen
  • Digitale und automatisierte Steuerung von Anlagen und Verbrauchern

Durch die zunehmende Digitalisierung und den Ausbau von Smart Metern wird diese Form des Lastmanagements immer wichtiger für Unternehmen und Industrie.

Spitzenlastmanagement

Das Spitzenlastmanagement dient der Reduzierung von Lastspitzen im Stromverbrauch. Ziel ist es, hohe Leistungspreise und Netzentgelte zu vermeiden.
Maßnahmen im Spitzenlastmanagement:

  • zeitliche Verschiebung energieintensiver Prozesse
  • Vermeidung gleichzeitiger Lastspitzen
  • Nutzung von Eigenerzeugungsanlagen (z. B. PV, BHKW)
  • Einsatz von Batteriespeichern zur Kappung von Lastspitzen

Ein gleichmäßiger Stromverbrauch führt zu niedrigeren Energiekosten und einer besseren Netzauslastung.